Gym FürthTrainingswissen & Studio-Kompass
15
Kurse

Fitness-Thaiboxen: Muay Thai ohne Wettkampfdruck

Aktualisiert am Lesezeit ca. 3 Minuten

Fäuste, Ellbogen, Knie und Schienbeine: Thaiboxen nutzt den ganzen Körper. Als Fitnesskurs ohne Kontakt ist es eines der anstrengendsten und zugleich befreiendsten Trainings überhaupt.

Die Kunst der acht Gliedmaßen

Muay Thai, im Deutschen meist Thaiboxen genannt, ist der Nationalsport Thailands. Weil neben den Fäusten auch Ellbogen, Knie und Schienbeine eingesetzt werden, heißt es oft „die Kunst der acht Gliedmaßen“. Im Wettkampf gehören außerdem das Klammern im Stand und Tritte zu Beinen, Körper und Kopf dazu.

Im Fitnessbereich wird das Thaiboxen entschärft. Hier geht es um Technik, Kondition und Körpergefühl, nicht um Kämpfe. Geschlagen und getreten wird gegen Pratzen, Schlagpolster oder den Sandsack, nicht gegen einen Gegner.

FaustFaustEllbogenEllbogenKnieKnieSchienbeinSchienbein
Acht Treffpunkte: zwei Fäuste, zwei Ellbogen, zwei Knie, zwei Schienbeine.

So läuft eine Stunde ab

Typische Kursstunde Fitness-Thaiboxen

TeilInhaltDauer
AufwärmenSeilspringen, Schattenboxen, Mobilisation10 min
TechnikGrundstellung, Schlag- und Trittkombinationen15 min
PartnerarbeitKombinationen an Pratzen, im Wechsel20 min
KonditionZirkel: Liegestütz, Kniebeugen, Rumpf10 min
AusklangDehnen der Hüfte und Beine5 min

Die Belastung kommt in Runden, ähnlich wie im Ring: zwei oder drei Minuten volle Aktivität, dann eine Minute Pause. Das macht das Training zu einem intensiven Intervalltraining, das Herz-Kreislauf-System und Muskeln zugleich fordert – vergleichbar mit dem Seiltraining, nur mit mehr Technik.

Die Grundtechniken

  • Jab und Cross: gerade Schläge mit der vorderen und hinteren Hand.
  • Roundhouse Kick: der typische Thai-Tritt mit dem Schienbein, bei dem die ganze Hüfte eindreht.
  • Teep: ein gerader Stoßtritt mit dem vorderen Fuß, um Distanz zu schaffen.
  • Knie: gerade Kniestöße, oft aus der Klammer.
  • Ellbogen: kurze Techniken aus nächster Nähe, im Fitnesskurs meist nur am Polster.

Ausrüstung

Für die ersten Stunden reichen meist Leihhandschuhe aus dem Studio, bequeme Sportkleidung und Wasser. Trainiert wird oft barfuß auf Matten. Wer dabeibleibt, kauft eigene Handschuhe (für Frauen oft 10 bis 12 Unzen, für Männer 12 bis 16 Unzen), Bandagen und bei Bedarf Schienbeinschoner.

Was das Training bringt

Thaiboxen verbessert Ausdauer, Koordination, Beweglichkeit der Hüfte und Rumpfkraft. Viele beschreiben es außerdem als gutes Ventil für Stress. Einen Nebeneffekt haben Kampfsportkurse fast immer: ein sichereres Auftreten. Echte Selbstverteidigung ist aber ein eigenes Thema und wird in einem Fitnesskurs nur am Rand vermittelt.

Wer nach einigen Monaten mehr will, kann in einen Verein oder eine Kampfsportschule wechseln, wo auch leichtes Sparring trainiert wird. Einen Überblick über weitere Gruppenformate gibt die Seite Kurse; wer zusätzlich Kraft aufbauen möchte, ergänzt das Training mit den Kraft-Grundlagen.

Häufige Fragen

Werde ich im Fitnesskurs geschlagen?

In reinen Fitnesskursen nicht. Geschlagen und getreten wird gegen Pratzen und Polster, die ein Partner hält. Sparring gibt es nur in eigenen Trainingsgruppen und nur freiwillig.

Bin ich zu unsportlich für Thaiboxen?

Nein. Die Intensität bestimmst du selbst, Technik lernt man in jedem Alter. Die ersten Stunden sind anstrengend, die Kondition wächst aber schnell mit.

Was ist der Unterschied zum Kickboxen?

Beim Thaiboxen kommen Ellbogen, Knie und das Klammern im Stand dazu, Tritte werden meist mit dem Schienbein ausgeführt. Im Fitnesskurs sind die Unterschiede kleiner als im Wettkampf.

Quellen und weiterführende Links

Passt dazu

  • Krafttraining – Grundlagen

    Muskeln wachsen nicht im Studio, sondern in der Pause danach. Wer das verstanden hat, trainiert gezielter – …

  • Seiltraining / Battle Ropes

    Zwei dicke Seile, verankert an einem Pfosten, und nach dreißig Sekunden brennen Schultern und Lunge. …

  • Abnehmen mit Sport

    Die Frage nach dem schnellsten Weg zum Wunschgewicht ist verständlich. Die ehrliche Antwort: Der schnellste …