Fitness-Thaiboxen: Muay Thai ohne Wettkampfdruck
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Fäuste, Ellbogen, Knie und Schienbeine: Thaiboxen nutzt den ganzen Körper. Als Fitnesskurs ohne Kontakt ist es eines der anstrengendsten und zugleich befreiendsten Trainings überhaupt.
Die Kunst der acht Gliedmaßen
Muay Thai, im Deutschen meist Thaiboxen genannt, ist der Nationalsport Thailands. Weil neben den Fäusten auch Ellbogen, Knie und Schienbeine eingesetzt werden, heißt es oft „die Kunst der acht Gliedmaßen“. Im Wettkampf gehören außerdem das Klammern im Stand und Tritte zu Beinen, Körper und Kopf dazu.
Im Fitnessbereich wird das Thaiboxen entschärft. Hier geht es um Technik, Kondition und Körpergefühl, nicht um Kämpfe. Geschlagen und getreten wird gegen Pratzen, Schlagpolster oder den Sandsack, nicht gegen einen Gegner.
So läuft eine Stunde ab
Typische Kursstunde Fitness-Thaiboxen
| Teil | Inhalt | Dauer |
|---|---|---|
| Aufwärmen | Seilspringen, Schattenboxen, Mobilisation | 10 min |
| Technik | Grundstellung, Schlag- und Trittkombinationen | 15 min |
| Partnerarbeit | Kombinationen an Pratzen, im Wechsel | 20 min |
| Kondition | Zirkel: Liegestütz, Kniebeugen, Rumpf | 10 min |
| Ausklang | Dehnen der Hüfte und Beine | 5 min |
Die Belastung kommt in Runden, ähnlich wie im Ring: zwei oder drei Minuten volle Aktivität, dann eine Minute Pause. Das macht das Training zu einem intensiven Intervalltraining, das Herz-Kreislauf-System und Muskeln zugleich fordert – vergleichbar mit dem Seiltraining, nur mit mehr Technik.
Die Grundtechniken
- Jab und Cross: gerade Schläge mit der vorderen und hinteren Hand.
- Roundhouse Kick: der typische Thai-Tritt mit dem Schienbein, bei dem die ganze Hüfte eindreht.
- Teep: ein gerader Stoßtritt mit dem vorderen Fuß, um Distanz zu schaffen.
- Knie: gerade Kniestöße, oft aus der Klammer.
- Ellbogen: kurze Techniken aus nächster Nähe, im Fitnesskurs meist nur am Polster.
Ausrüstung
Für die ersten Stunden reichen meist Leihhandschuhe aus dem Studio, bequeme Sportkleidung und Wasser. Trainiert wird oft barfuß auf Matten. Wer dabeibleibt, kauft eigene Handschuhe (für Frauen oft 10 bis 12 Unzen, für Männer 12 bis 16 Unzen), Bandagen und bei Bedarf Schienbeinschoner.
Was das Training bringt
Thaiboxen verbessert Ausdauer, Koordination, Beweglichkeit der Hüfte und Rumpfkraft. Viele beschreiben es außerdem als gutes Ventil für Stress. Einen Nebeneffekt haben Kampfsportkurse fast immer: ein sichereres Auftreten. Echte Selbstverteidigung ist aber ein eigenes Thema und wird in einem Fitnesskurs nur am Rand vermittelt.
Wer nach einigen Monaten mehr will, kann in einen Verein oder eine Kampfsportschule wechseln, wo auch leichtes Sparring trainiert wird. Einen Überblick über weitere Gruppenformate gibt die Seite Kurse; wer zusätzlich Kraft aufbauen möchte, ergänzt das Training mit den Kraft-Grundlagen.
Häufige Fragen
Werde ich im Fitnesskurs geschlagen?
In reinen Fitnesskursen nicht. Geschlagen und getreten wird gegen Pratzen und Polster, die ein Partner hält. Sparring gibt es nur in eigenen Trainingsgruppen und nur freiwillig.
Bin ich zu unsportlich für Thaiboxen?
Nein. Die Intensität bestimmst du selbst, Technik lernt man in jedem Alter. Die ersten Stunden sind anstrengend, die Kondition wächst aber schnell mit.
Was ist der Unterschied zum Kickboxen?
Beim Thaiboxen kommen Ellbogen, Knie und das Klammern im Stand dazu, Tritte werden meist mit dem Schienbein ausgeführt. Im Fitnesskurs sind die Unterschiede kleiner als im Wettkampf.
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